Weißabgleich

15 Feb

(Beispielfotos unten!)

Es gibt immer einen Grund, warum eure Kamera dies und jenes macht und Fotos so oder so aussehen. Aber das schöne ist doch, dass man all das beeinflussen kann. SO komponiert ihr eure Bilder. Es gehört mehr dazu als einen tollen Blick für Motive zu haben und ne schöne Perspektive zu wählen.

Der Weißabgleich hat den Vorteil, dass er sich relativ leicht digital ausbessern lässt (im Gegensatz zu falschen ISO-Werten etc, dazu aber in nem anderen Posting mehr), wenn man ihn mal vergisst oder nicht beachtet.

TROTZDEM:

Der Weißabgleich ist ne Sache, die ihr bei KEINEM Profi vermissen werdet, egal ob Film oder Fotografie. Man benutzt eigentlich immer Graukarten dafür.

Sicherlich müsst ihr den bei RAW-Formaten nicht unbedingt vorher machen, aber sehr es mal so: Je mehr ihr vorher einstellt und richtig macht, desto mehr Zeit bleibt euch später am PC für die tollen Sachen der Bearbeitung und ihr schlagt euch nicht mit so langweiligem Zeug herum.

Es ist also auch diese Perfektionismus-Sache. Bei jpeg- Bildern kann das vor allem auch später (mal wieder) auf die Qualität schlagen…

Warum also Weißabgleich?

Die Kamera ist euer Werkzeug, aber manchmal dumm. Ihr sagt ihr, welche Farbe in eurer Umgebung die Farbe Weiß ist, damit sie es umsetzen kann. Bedenkt, dass je nach Licht (normales Tageslicht, Sonnenschein, Wolken, Neonlicht, blabla) die Farbtemperatur eine andere ist. Euer Auge kann sich anpassen, für euch ist Weiß immer weiß, die Kamera kann das nicht so perfekt.

Ihr passt mit dem Weißabgleich also die Kamera an eure Farbtemperatur an.

Meine Kamera ist nicht dumm, den Weißabgleich kann ich auch automatisch machen lassen! HA!!!

Wie ich oben schon geschrieben habe, ist die Kamera eben auch nur ein PC und kein menschliches Auge, dass sich anpasst. Der Automatik-Schalter ist im Grunde ne feine Sache, aber vergesst dabei bitte nicht, dass in diesem Falle die Kamera als „Standard-Weiß“ das nimmt, was SIE meint. Das heißt eure Kamera misst das Umgebungslicht und orientiert sich an diesen Werten. Habt ihr dabei gemischte Lichtverhältnisse, sollte es auch dabei bleiben, denn sonst stimmen die Werte wieder nicht.

Aber ich hab doch in der Kamera noch so kleine Symbole mit Sonne, Wolken und so!

Genau! Und die könnt ihr nehmen, wenn euer Lichtverhältnis nicht gemischt ist, sondern kostant genau das Licht herrscht, das ihr einstellt. Neonlicht bei Neonlicht, Sonne bei Sonnenlicht usw., muss ich nicht weiter ausführen, ich hab doch kluge Leser!

Wenn ihr es noch ne Stufe professioneller haben wollt und im Studio arbeitet, benutzt man oft Kolorimeter, um die genaue Farbtemperatur zu messen.

Bitte das Kolorimeter nicht mit nem Belichtungsmesser verwechseln! Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge!

Das ist ein Belichtungsmesser:

Das Kolorimeter misst die Farbtemperatur, der externe Belichtungsser dient euch für die Belichtungswerte, Blende und Verschlusszeit. Aber das behandel ich in einem zukünftigen Posting nochmal genauer! 😄

(Farbtemperatur wird in Kelvin gemessen, Abkürzung „K“.)

Schwere Lichtverhältnisse, watt nu?

Bumsfallera. Da bei hilft euch auf jeden Fall mal ein Blick in die Gebrauchsanweisung eurer Kamera, denn ich zähle jetzt ein paar Möglichkeiten auf, die ihr euch dann mal zusammensuchen müsst:

1. Möglichkeit: RAW- Datei. Wer nach dem ersten Artikel noch immer nicht weiß, was das ist, zurückblättern und nachlesen!

2. Möglichkeit: Graukarte. Mein persönlicher Favorit, haben wir so in der Uni beigebracht bekommen und ist einfach und schnell zu machen.

Die Graukarte besteht aus Pappkarton oder Kunststoff und ist auf der einen Seite weiß, auf der anderen Seite grau. Die graue Seite reflektiert etwa 18 Prozent und die weiße etwa 90 Prozent des darauffallenden Lichts. Die beiden Seiten sind super special mit sogenannten metameren Farben beschichtet, damit man auch bei Beleuchtungsquellen mit unterschiedlicher Farbtemperatur (Tageslicht, Leuchtstofflampen, Glühlampen) denselben Reflexionsgrad erhält.

Wie man sie genau benutzt schreibe ich im nächsten Posting, aber das würde jetzt alles sprengen hier…

3. Möglichkeit: WBB- Weißabgleich- Belichtungsreihe. Bei der Einstellung fotografiert ihr ein Motiv in verschiedenen Weißabgleichseinstellungen und sucht euch dann eben am PC die passende Einstellung aus. Ist mir persönlich zu Aufwendig und zu viel Arbeit…

Wenn ihr bei konstantem Lichtverhältnis die Temperatur so genau wie möglich manuell einstellen wollt, hab ich hier für euch eine kleine Liste von gdiel.net kopiert, die ihr nutzen könnt, falls ihr keine Graukarte habt:

  • Glühbirne 40  2680 K
  • Glühbirne 100 2800 K
  • Glühbirne 200 3000 K
  • Halogenlampe 3200 K
  • Spätabendsonne vor Dämmerung 3500 K
  • Leuchtstoffröhre (kaltweiß) 4000 K
  • Morgen- und Abendsonne 5000 K
  • Vormittags- und Nachmittagssonne 5500 K
  • Mittagssonne 5500 – 5800 K
  • Blitzlichtaufnahme 6000 K
  • Bedeckter Himmel 6500 – 7500 K
  • Nebel 8000 K
  • Blauer Himmel im Schatten 9000 – 12000 K
  • Beispielbilder (von Gdiel):

    Oben ohne Weißabgleich, unten mit.

    Oben vor dem Weißabgleich, unten nach dem Weißabgleich.

    Wie immer gilt: Verbesserungsvorschläge, Kritik und alles andere bitte in die Kommentare posten oder mir eine Mail schreiben! Danke für´s Lesen!

    PS: Auf meinen Messefotos unten (1. Post in diesem Blog) könnt ihr leicht erkennen, dass ich an dem Tag auch zu faul war für einen Weißabgleich in der Halle. Daher die Quittung: Gelbstiche!

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